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|2000 Berlin|

(Hedwigskathedrale, Auenkirche, Dorfkirche Stolpe)

  • Im Garten von Sans Souci
  • Vor Sans Souci
  • Springbrunnen
  • In der Reichstagskuppel
  • Konzert Auenkirche

Wo es die beste Currywurst der Welt gibt

Berlin 2000
Das Vocalensemble Udin d'Art in Berlin

Mit Beginn der Herbstferien machten sich 20 Sängerinnen und Sänger des Vocalensembles Udin d'Art auf den Weg in die neue Bundeshauptstadt, nach Berlin. Es galt den Besuch der Jugendkantorei der Hedwigskathedrale, die 1998 anlässlich eines bundesweiten Chortreffens in Köln in unserer Pfarrgemeinde Unterkunft gefunden hatte, zu erwidern.

Mit einem abwechslungsreichen Chorprogramm im Gepäck, bestehend aus Literatur der letzten 5 Jahrhunderte, war das Ensemble auf die Auftritte bei reinen Konzerten ebenso vorbereitet wie für die feierliche Gestaltung der Liturgie in der Hedwigskathedrale.

Ein Aufsehen erregender Auftritt

Bis heute sind wir uns jedoch nicht sicher, ob allein unser Auftritt oder die Anwesenheit von Altkanzler Helmut Kohl im sonntäglichen Hochamt für besonderes Aufsehen gesorgt hat. Zumindest fand eine Komposition besonderen Anklang: Die Vertonung des 84. Psalmes "Wie lieblich sind deine Wohnungen" von Louis Lewandowski. Dessen Psalmvertonungen waren für den Synagogalchor der Berliner jüdischen Gemeinde bestimmt. Auch in den weniger orthodox geprägten jüdischen Synagogen hatte die Orgel bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts ihren Platz. Aber selbst in Berlin ist diese Musik, die an die Tonsprache Mendelssohn-Bartholdys anknüpft, in Vergessenheit geraten. Daher mag unser Vortrag als ein Beitrag für den interreligiösen Dialog und gegen das Vergessen eines besonderen Teiles deutscher Kultur gelten.

Unser erstes Konzert führte uns nach Stolpe, nördlich vor den Toren Berlins gelegen. Schon die Anreise dorthin war gleichsam eine Reise in die Vergangenheit. Die Wege führten über Alleen und Kopfsteinpflaster in ein kleines Dorf, in das der Lärm und das Treiben der nahen Metropole noch keinen Einlass gefunden hatte. Umso herzlicher war der Empfang durch die Pfarrerin, die selbst für unser leibliches Wohl gesorgt und zum Buffet ins Pfarrhaus eingeladen hatte.

Nach dem zweiten Konzert in Berlin-Wilmersdorf kam dann die Zeit für touristische Entdeckungstouren. Das Besondere der Stadt liegt sicherlich im Nebeneinander von Historie und den allgegenwärtigen Spuren des Aufbruchs der 90er-Jahre. Wer hofft, dass in Berlin noch Spuren der ehemaligen Teilung, als Mahnmal, die Zeiten überdauern werden, sollte sich lieber heute als morgen auf den Weg dorthin machen. Zu meinen besonderen Eindrücken der Fahrt gehört die Besichtigung des Reichstages mit der imposanten Kuppel, der Bummel über Ku'damm, Friedrichstraße und Gendarmenmarkt und die Bootsfahrt auf der Spree. Neben den Touristenattraktionen haben wir auch die ruhigen Orte gesucht, an denen man abschalten oder gar nachdenklich werden konnte: Sonnenuntergang am Wannsee, Gedenkstätte Plötzensee und die Synagoge an der Oranienburger Straße.

In unguter Erinnerung wird uns bleiben, dass nur wenige Stunden nach unserer Abreise Synagogen und Friedhöfe in dieser Stadt, die so viel Unfreiheit und Intoleranz erlebt hat, geschändet und beschmiert wurden.

Wenn Sie von uns weitere Informationen haben möchten, z.B. Fotos von der Fahrt, Konzerttermine oder wo es in Berlin die beste Currywurst gibt, dann sprechen sie uns, d. h. die Mitglieder des Vocalensembles einfach mal an.

Thomas Kladeck