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|1996 Polen|

(Gnesen, Posen, Stettin, Pniewy)

  • Pniewy
  • Gästehaus
  • Gruppenfoto im Klostergelände
  • geselliges Beisammensein
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  • geselliges Beisammensein
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  • Singen irgendwo ...
  • Singen mit dem Kinderchor 'Sonnenstrahlen'
  • Singen mit dem Kinderchor 'Sonnenstrahlen'
  • Dom zu Stettin
  • Gruppenbild am Dom zu Stettin
  • Gruppenbild am Dom zu Stettin
  • in Stettin
  • vor dem Konzert in Stettin
  • vor dem Konzert in Stettin
  • auf dem Heimweg

Chor als musikalischer Botschafter in Polen

Polen 1996
"Völker werden sich untereinander nur verstehen können, wenn sie ihre unterschiedlichen Kulturen kennen und verstehen lernen." (Roman Herzog)

Als das slowenische Marienlied "Sonce ze zahaja" nach dem sonntäglichen Hochamt im Ursulinen-Kloster in Pniewy verklang, war die achttägige Reise des Vocalensemble Udin d'Art nach Polen offiziell beendet. Voller neuer Eindrücke, stolz erfreut über die künstlerischen Erfolge in Gnesen, Posen, Stettin und Pniewy, und dankbar für die außergewöhnlich herzliche Gastfreundschaft stiegen wir in "unseren" Bus. So begann die 12-stündige Heimreise nach Odenthal. Und erst hier endete das Singen, denn an allen acht Tagen wurde unentwegt irgendetwas angestimmt. Wir fühlten uns als "musikalische Botschafter" in Polen, vertieften den freundschaftlichen Kontakt nach Pniewy zu den "singenden Sonnenstrahlen", dem Kinderchor von Schwester Daniela, und besuchten den am erzbischöflichen Priesterseminar in Stettin lehrenden Krzysztof Wojtkiewicz, der schon mehrmals während der Sommerwochen in Odenthal unseren Pastor vertreten hat. Die kurzen Begegnungen mit so vielen Polen nach unseren Konzerten und die menschlich-persönlichen Kontakte ließen unsere Reise zu einer Chorfahrt im nicht üblichen Sinne werden.

Noch am ersten Reisetag begann spätabends eine fast zweistündige Probe, und es gab keinen, der diese als unzumutbar abgetan hätte, im Gegenteil. Thomas Kladeck hatte viele neue, uns noch unbekannte Noten im Gepäck. Daß wir anschließend noch bis Mitternacht zusammengesessen haben, war vielleicht am ersten Abend ungewohnt, es wurde aber zur Regel. Und wie wurde da spontan musiziert, mehrstimmig improvisiert, gelacht und gelästert! So ging es dann jeden Tag: Offizielles Singen, Konzerte, dazwischen "singende Busfahrten" und mehrstündige Proben. Wir besuchten Kinderheime und Kindergärten und besichtigten die Städte, in denen wir sangen. Und immer war Schwester Daniela, die auch als Dolmetscherin in Anspruch genommen wurde, unsere liebevolle Begleiterin.

Die Programme unserer Konzerte wechselten und beinhalteten 4- bis 8-stimmige a-cappella-Kompositionen aus vier Jahrhunderten, dazu auch einige Volkslieder. Antje Gardeweg, Andrea Hengstermann und Thomas Kladeck musizierten dazu Händel-Arien für Sopran, Flöte und Continuo. Die Reaktionen unserer Zuhörer waren bei allen Auftritten etwa gleich: Nach anfangs zurückhaltender, höflicher Erwartung spürten wir das Publikum immer näher auf uns zukommen, um uns am Ende symbolisch zu umarmen. Immer gehörten auch einige in Polen lebende Deutsche dazu. Stehende Ovationen der Zuhörer kannten wir bisher noch nicht, wir lernten sie kennen. Auf der Rückfahrt wurden wir zu Postboten. Der Bus war voller Geschenke für die Odenthaler Gasteltern der Kinder des Chores aus Pniewy. Die polnischen Eltern brachten am Abfahrtstag noch Kuchen an den Bus.

Peter Schmidt