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(koelner-dommusik.de - 29.04. 2016)

(c) Beatrice Tomasetti

Vogelgezwitscher und mittelalterliche Theologie

Das Vokalensemble Kölner Dom führt bei dem Kölner Musikfestival ACHT BRÜCKEN „La Transfiguration de Notre-Seigneur Jésus-Christ“ von Olivier Messiaen auf

„Auf den Triller achten, und dann erst setzt das Crescendo ein. Ach ja, und die Aussprache: bitte italienisch und deutlich.“ Bruno Mantovani macht vor, wie er das meint. Dann lauscht er aufmerksam dem Spiel von Korrepetitor Rainer Mühlbach am Flügel, der mit der hohen Tastatur die Stimme des Schwarzkehl-Honiganzeigers, eines afrikanischen Vogels,  nachahmt. Schließlich hebt der Dirigent den Taktstock, zählt erneut bis drei und gibt den Einsatz. „Pianissimo und dennoch im Metrum bleiben“, korrigiert er freundlich den Chor, der mit verminderter Dynamik automatisch auch langsamer wird. „Für Messiaen war der Rhythmus sehr wichtig. Deshalb müssen wir uns genau daran halten – auch wenn es nicht leicht ist, auf den Punkt die schwierigen Intervalle zu finden“, erklärt Mantovani und mahnt: „Im Tempo bleiben!“ Später ruft er: „Sehr gut. Jetzt war der Ausdruck richtig stark! Und nun das Ganze da capo – noch einmal nur zu meinem Vergnügen…“ Wieder setzen die Sängerinnen und Sänger im Lindenthaler Edith-Stein-Saal an, folgen den Hinweisen des Maestros auf Englisch und wiederholen die schwere Stelle, damit der Gastdirigent aus Paris zufrieden feststellen kann: „Eigentlich haben die einzelnen Stücke alle denselben Charakter; was für das eine gilt, ist auch für das andere zwingend.“ Übersetzt heißt das für den Chor: Wer Messiaen im ersten Satz seiner oratorienähnlichen Komposition verstanden hat, dem dürften auch die 13 Nachfolgesätze nicht weiter schwer fallen.

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