zurück zur Startseite...

(Kölner Stadt-Anzeiger - 01./02.05.2002)

Stimmungsvolles Konzert

Odenthal - Udin d'Art nennt sich das kleine aber feine Vokalensemble an der Odenthaler Kirche St. Pankratius. Unter Leitung von Thomas Kladeck wagen sich die 17 Sängerinnen und Sänger an erlesene A-Cappella-Werke, die in der Regel überzeugend dargeboten werden. Zum Sonntag "Cantate" gab es entsprechende geistliche Musik, Motetten zwischen Palestrinas "Terra tremuit" und dem "Alleluja" des 1963 geborenen Nony V. Diestro. Dieser moderne Satz mit seinem eingängigen, prägnanten Rhythmus und der klangvollen Harmonik setzte einen schönen neuen Akzent, wie auch das "Cantate Domino" des Vytautas Miskinis. Die Motetten der klassischen Vokalpolyphonie klangen durchweg sehr ausgewogen besetzt, sauber und klanglich vielfältig und überzeugend, auch wenn bei William Byrds "Haec dies" der Sopran kurzfristig an die Grenze zu gehen schien. Zwei Orgelstücke, von Kladeck eindrucksvoll registriert und gespielt, sorgten für Atempausen. Die gewaltige "Incantation pour un jour saint" von Jean Langlais ruft erst laut die Gläubigen zum "lumen Christi", bevor strahlendes D-Dur den Schluss erleuchtet. Floor Peters Präludium klang zunächst sehr zart - der Anfang der Fuge hätte auch von Bach sein können. Viel Beifall gab es aus der nicht allzu üppig besuchten Kirche für ein stimmungsvolles und besinnliches Konzert. (D.M.)