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(Bergische Landeszeitung - 04.05.2002)

Jubelmusik mit barockem Affekt

"Udin d'Art" bescherte besinnliche Stunde

ck Odenthal. "Udindarre" lautete der mittelaterliche Name von Odenthal. Heute findet man bei einem Vokalensemble Reste dieses Namens wieder. Ein kleiner Chor, 1993 vom Kirchenmusiker der Gemeinde, Thomas Kladeck, gegründet, nennt sich "UDIN d'ART" und hat damit den ersten Teil des Namens übernommen. Am Sonntag "Cantate" widmete sich das Ensemble österlicher Jubelmusik, die mit den Worten der Emmausjünger endete: "Bleib bei uns, Herr, denn es will Abend werden" - in dem berühmten Satz von Joseph Rheinberger.

Barocke Art mit feinem Klang

Doch der Reihe nach. Mit Claudio Monteverdis "Cantate Domino" eröffnete der Chor sein a-cappella-Programm. Freudige Musik, ganz auf diesen vierten Sonntag nach Ostern abgestimmt. Hier, wie später in William Byrds "Haec dies" zeigte der Chor seine barocke Art zu singen und einen feinen Klang. Das heißt einmal, dass er durch eine sprechende, will sagen die Artikulation betonende Weise zu singen, auffiel und dass er zum anderen sehr bewusst die barocken Affekte interpretierte respektive zur Steigerung des Ausdrucks nutzte. Doch auch in jüngerer Musik ist der Chor zu Hause. Thomas Kladeck hatte zwei neuere Stücke ausgesucht, eines von Nonoy V. Diestro (Alleluja) und eines von Vytautas Miskinis (Cantate Domino).

Jazziger Gestus

Beide Stücke des Chores bedienten sich einer modernen, aber tonartgebundenen Harmonik und eines jazzigen Gestus. Sie wirkten in diesem durch Barock und Romantik geprägten Programm erfrischend. Zwischen den Chorstücken erklangen zwei Werke für Orgel, das "Incantation pour un jour saint" von Jean Langlais, mit der deutlich hörbaren dreifachen Intonation des österlichen "Lumen Christi" und ein vitales Präludium und Fuge von Flor Peeters. Beide Stücke spielte Thomas Kladeck sehr souverän. Eine besinnliche Stunde mit qualitativ hochwertiger Musik war das, die "UDIN d'ART" in der Odenthaler Pfarrkirche seinem Publikum bescherte.