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(Bergische Landeszeitung - 04.12.2000)

Vocalensemble Udin d'Art beendete Odenthals Märtyrer-Ausstellung

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Dhünnthal-Sänger ließen Bachs Schafe sicher weiden

ck Odenthal. Zum Abschluss der Ausstellung "Märtyrer des 20. Jahrhunderts" sang das Vocalensemble Udin d'Art in der Odenthaler Pfarrkirche. Thomas Kladeck gründete 1993 diesen kleinen Elitechor, der mit wenigen Sängerinnen und Sängern pro Stimme sich besonders auf kurze a-capella-Chorwerke konzentriert. Man muss sich vor Augen führen, dass sich bei einem solchen Projekt alles auf den Chor konzentriert. Die Einstudierung erfordert oft mehr Sorgfalt, als die eines größeren Oratoriums, da kein Solist und kein Orchester auch nur einen Takt übernimmt.
Die Stärken des Ensembles gleich zu Beginn: Ein überaus klarer Klang strahlte in Byrds "Justorum animae". Die korrekte Intonation ist für einen solchen Chor eigentlich selbstverständlich, kein Wort müsste man verlieren, wäre diese nicht von einer solch außerordentlichen Präzision geprägt wie die bei Thomas Kladecks Truppe.

In Heinrich Schützs "Selig sind die Toten" konnte man diese ein weiteres Mal im barocken Satz erleben, später dann bei Tomkins. Auch der romantische Gestus gelang. Unspektakulär, aber in jedem Detail liebevoll gestaltet: Ernst Richter, Heinrich von Herzogenberg und Gustav Schreck, die eher unbekannten Komponisten aus dieser Epoche. Das Ebenmaß in den Werken Palestrinas bekam schließlich in der Ausführung durch den Chor Referenzcharakter.

Auch als Organist leistete Kladeck hervorragende Arbeit. Mozarts kleines Stück für das Orgelwerk einer Uhr bekam seinen ganz besonderen Reiz, sie klang fast mechanisch, also fast authentisch. Bachs Arie "Schafe können sicher weiden" in der Bearbeitung für Orgel-Solo lebte dagegen von der sanften Melodie der Arie und der Organist weckte Erinnerung an die menschliche Stimme durch eine "geatmete" Phrasierung.