zurück zur Startseite...

(Kölner Stadt-Anzeiger - 04.07.1997)

Modernes und alte Meister

Mal gefühlsbetont, mal hoffnungsvoll: Vocalensemble "Udin d'Art" in der Kirche

Odenthal - Der Kammerchor der Katholischen Kirchengemeinde St. Pankratius in Odenthal trägt einen phantasievollen Namen: Vocalensemble "Udin d'Art" - entstanden aus dem alten Namen der Gemeinde. Es paßt sehr schön zu der alten romanischen Kirche, die ein Schmuckstück Odenthals ist.

Die etwa 25 jungen Sängerinnen und Sänger treffen sich jährlich zu zwei Arbeitsphasen, in denen sie ihre Konzertprogramme einstudieren. Daß Thomas Kladeck als Dirigent hervorragende Arbeit leistet, konnte man im Konzert erfahren. Nicht häufig begegnet man einem Ensemble von dieser Qualität, dabei ist es erst vier Jahre beisammen.

Sie singen musikalisch und ausdrucksstark ihre Kirchenlieder aus vielen Jahrhunderten, dabei kommen auch die modernen Kompositionen nicht zu kurz. Ihr besonderes Anliegen sind die ganz alten Gesänge aus der Renaissance und Meister der italienischen Barockzeit. Noch sind längst nicht alle Komponisten erfaßt, Mauritio Cazzati und C. Donato Cossini waren hoffnungsvolle Kostproben.

Der Chor griff mit seinem Programm in das Kirchenjahr zurück, und so konnte man Lieder von Ostern bis Peter und Paul hören. Vielstimmige, polyphone und romantische Sätze hatte das Vocalensemble Udin d'Art eingeübt - auch unbekannte Zeitgenossen wie Arvo Pärt, Javier Busto, Trond Kverno, Karg-Elert und Thomas Kladeck selber kamen zu Gehör, abwechselnd mit Orgel.

Die Romantik war gefühlsbetont mit Reger, Mendelssohn und Brahms vertreten, auch fehlte eine Bach-Arie nicht (Kantate 149, "Man singet mit Freuden"), mit heller, reiner Stimme vorgetragen (Antje Gardeweg). Die dynamischen Unterschiede beim Chorsingen kamen manchmal zu kurz, aber da spielt natürlich auch der Hall der Kirche - das ist das Problem jedes Kirchenkonzerts - eine Rolle.